IG Metall Ostsachsen
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12.12.2017, 13:12 Uhr

SIEMENS

"Es wird nicht verhandelt" – Jan Otto kündigt heißen Januar an

  • 06.12.2017
  • Aktuelles

Werksschließungen trotz üppiger Gewinne, tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Siemens bedroht mit seinen Kürzungsplänen die gesamte Region Ostsachsen. "Der Widerstand geht weiter. Die Belegschaft ist stinksauer", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen im Interview.

Jan Otto, seit 2015 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen // Foto: IG Metall

In der letzten Woche gab es nach der Aufsichtsratssitzung in München teils widersprüchliche Medienberichte, ob IG Metall und Konzern nun doch über die Ab- und Schließungspläne verhandeln wollen. Was ist denn nun der aktuelle Stand bei Siemens?
Es wird nicht verhandelt. Punkt. Unsere Vertreter und die der Arbeitgeberseite haben sich darauf verständigt miteinander zu sprechen. Bestenfalls würde ich das ein Gespräch nennen, das einem Gespräch über eine mögliche Sondierung vorangeht.

Das heißt, es ist nach wie vor alles unklar.
Nein. Willi Meixner, der Chef der Siemens Kraftwerkssparte war letzte Woche zu Besuch in Görlitz. Ich denke unser Empfang hat ihn beeindruckt. Meixner hat die Schließungspläne im Gespräch weder bekräftigt noch zurückgenommen. Klar ist, dass wir nicht verhandeln, solange die Drohungen nicht vom Tisch sind. Klar ist auch: Unser Widerstand wird weitergehen. Wir waren in der letzten Woche mit gut 3000 Kolleginnen und Kollegen in Görlitz auf der Straße. Und wir haben etliche weitere Protestaktionen erlebt.

Wie ist die Stimmung in der Belegschaft?
Die Menschen sind auch verunsichert, das ist doch auch verständlich. Es geht hier um Familien und Existenzen. Die Schließung von Siemens wäre für die ganze Region tödlich. Aber in erster Linie sind die Kolleginnen und Kollegen stinksauer, weil sie um ihre Jobs fürchten müssen, während Siemens gleichzeitig dicke Gewinne macht. Sie werden um ihr Werk kämpfen, sie sind hochmotiviert.

Wie geht der Protest weiter? Das Jahr 2017 ist ja fast gelaufen.
Wir werden noch zur Konzernzentrale nach München fahren, um Joe Kaeser mit unserem Weihnachtssingen zu erfreuen. Denn für viele Beschäftigte wird das keine fröhliche Weihnacht. Über die Feiertage wollen wir dann durchatmen und uns auf weitere Aktionen für den Erhalt des Siemens-Werkes und die Tarifrunde 2018 in der Metall- und Elektroindustrie vorbereiten. Da steht auch eine harte Auseinandersetzung um die Arbeitszeit an. Die Beschäftigten von Siemens in Görlitz werden auch hier zeigen, wie wütend sie sind. Kurzum: Wir rechnen mit einem heißen Januar. jme


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