IG Metall Ostsachsen
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21.01.2022, 07:01 Uhr

Alstom

Bei Alstom in Görlitz und Bautzen sind bis zu 550 Arbeitsplätze in Gefahr: IG Metall kündigt Widerstand an

  • 10.12.2021
  • Aktuelles, Betriebe

Am 10. Dezember kündigte Alstom einen Abbau von bis zu 400 Arbeitsplätzen allein in Görlitz und bis zu 150 Arbeitsplätzen in Bautzen an. Bundesweit sollen bis zu 1.300 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Die IG Metall kündigt Widerstand gegen die Pläne des französischen Konzerns an, der erst in diesem Jahr Bombardier übernommen hatte.

Zweiter Teil der Betriebsversammlung bei Alstom in Görlitz vor dem Werkstor - Foto: IG Metall

Derzeit arbeiten an allen deutschen Standorten rund 9.400 Beschäftigte. Betroffen sind von den Konzernplänen vor allem Arbeitsplätze in der Produktion. Die Standorte im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen sind von dem geplanten Personalabbau am stärksten betroffen: Görlitz (300 bis 400), Bautzen (100 bis 150), Hennigsdorf (350 bis 450 Beschäftigte) sowie im Headquarter Berlin (50 bis 100).

„Es ist mehr als respektlos, kurz vor Weihnachten die Kolleginnen und Kollegen mit so schlechten Nachrichten zu erschüttern“, sagte Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. „Werke auszubluten und Know-how abzuziehen, ist nicht der richtige Weg, um die Zukunftsaufgaben zu meistern. Gerade in Zeiten des Klimawandels werden die Schienenfahrzeugbauer gebraucht. Um die Mobilitätswende zu schaffen, brauchen wir mehr Züge, mehr Güterverkehr und Zukunftstechnologien für die Bahn. Heute in einer der wichtigsten Branchen für die Zukunft unserer Gesellschaft massiv Arbeitsplätze und Kompetenz abzubauen, ist kurzsichtig und sträflich.“

„Wir erwarten von Alstom, gerade jetzt Verantwortung zu übernehmen und statt phantasielosem Personalabbau die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen“, so Uwe Garbe.

Mit der richtigen Strategie sei Alstom zukunftsfähig und der Erhalt aller Arbeitsplätze möglich, erklärte René Straube, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Alstom und Betriebsratsvorsitzender bei Alstom Görlitz: „Unsere Autobahnen werden niemals breit genug sein, um die Bedürfnisse in Bezug auf die Beförderung von Personen und Gütern zu bewältigen. Es ist 5 vor 12, aber nicht zu spät. Das ist mit Görlitz nicht zu machen!“ Und weiter: „Die Bahnbranche hat eine zentrale Rolle in den anstehenden Prozessen rund um Klimawandel und bei der Energie- und Verkehrswende. Anpassung der Auslastung an die Kapazitäten ist das Gebot der Stunde. Nur innovative Entwicklung, Investitionen und Qualifizierung sorgen für eine sichere Zukunft!“

„Es tröstet nicht, dass Alstom angekündigt hat, im Rahmen seines Transformationsplans im Bereich Engineering, Digitalisierung, Software und Produktentwicklung in den nächsten zwei bis drei Jahren Stellen aufzubauen“, sagte Gerd Kaczmarek, Betriebsratsvorsitzender bei Alstom Bautzen. „Deutschland ist nicht nur für seine Entwicklungsfähigkeit bekannt, sondern auch für seine hohe Qualität in der Produktion. Es bringt gerade gar nichts, die Beschäftigten zu verunsichern. Sondern wir brauchen die Kompetenz und Motivation der Kolleginnen und Kollegen, um den Weg in die Zukunft zu gestalten.“

Jetzt gehe es darum, gemeinsam mit unseren Mitgliedern und den Betriebsräten an den betroffenen Standorten nach zukunftsfähigen Lösungen zu suchen, um die Standorte in ihrer heutigen Form zu erhalten, erklärte Uwe Garbe. "Wir werden eine belastbare und nachhaltige Strategie von Alstom einfordern. Wir werden gemeinsam mit Politik und anderen gesellschaftlichen Akteuren für die Zukunft der Werke kämpfen!“