12.12.2025 | Für die Beschäftigten in Sachsen beginnt 2027 ein neues Zeitalter. Dann nämlich soll auch im Freistaat ein Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub gelten. Darauf hat sich die sächsische Minderheitskoalition aus CDU und SPD verständigt. „Das ist ein guter Schritt, für den wir lange gekämpft haben“, sagt Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen.
Ab 2027 sollen alle Beschäftigten ein verbrieftes Recht auf drei Tage bezahlten Bildungsurlaub haben. Sachsen führt mit dem Recht auf Bildungsurlaub damit ein, was in 14 anderen Bundesländern – außer in Bayern und bisher eben auch in Sachsen – längst Realität ist. „Das war mehr als überfällig“, sagt Uwe Garbe. „Die IG Metall Ostsachsen begrüßt die Entscheidung sehr. Bildung ist ein Grundrecht und gerade in schwierigen Zeiten und vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen ist es wichtig, dass die Beschäftigten die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und zu qualifizieren, nicht nur beruflich, sondern auch politisch und fürs Ehrenamt. Denn klar ist auch, dass ohne Ehrenamt vieles aktuell und wohl auch in Zukunft nicht mehr laufen wird.“
Das Bündnis „5 Tage Bildungszeit für Sachsen“, an dem sich auch die DGB-Gewerkschaften beteiligen, hat sich seit Jahren für einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungszeit im Freistaat eingesetzt. An Unterschriftensammlungen zu einem Volksantrag beteiligten sind rund 70 Bündnispartner. Mehr als 55.000 Unterschriften wurden gesammelt, woraufhin die Forderung Eingang in den aktuellen Koalitionsvertrag fand.
Dass es am Ende nicht die „5 Tage Bildungszeit für Sachsen“ geworden sind, sondern nur deren 3 bedauert Uwe Garbe. „Aber Politik lebt nun mal von Kompromissen und so ist zumindest ein Einstieg in das verbriefte Recht auf Bildungsurlaub auch in Sachsen geschafft. Ein Erfolg, den es ohne die vielen Aktionen und die 55.000 Unterschriften so nicht gegeben hätte. Dass es am Ende geklappt hat, ist auch ein gutes Zeichen für die Menschen und die Demokratie in unserem Land. Wir können etwas bewegen, auch wenn es dafür zuweilen einen sehr langen Atem braucht.“