IG Metall Ostsachsen
https://www.igmetall-ostsachsen.de/aktuelles/meldung/ig-metall-ostsachsen-haelt-geplanten-stellenabbau-bei-siemens-energy-in-goerlitz-fuer-wirtschaftlichen/
05.03.2021, 11:03 Uhr

Siemens Energy in Görlitz

IG Metall Ostsachsen hält geplanten Stellenabbau bei Siemens Energy in Görlitz für "wirtschaftlichen Unfug"

  • 04.02.2021
  • Aktuelles

Die Ankündigung von Siemens Energy, am Standort Görlitz in den kommenden Jahren mehr als 120 Stellen abbauen zu wollen, verunsichert die Beschäftigten. Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, hält einen Stellenabbau am Standort Görlitz für „wirtschaftlichen Unfug“ und kündigt an, „intensiv zu prüfen, ob die geplante Reduzierung überhaupt durchführbar ist."

Die Siemens-Beschäftigten in Görlitz haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich für den Erhalt ihres Werks und ihrer Arbeitsplätze gekämpft. - Foto: IG Metall

„Der geplante Stellenabbau erscheint unüberlegt und auch in Teilen willkürlich“, sagt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Der Standort Görlitz wäre allein mit 127 Beschäftigten betroffen. Das sind mehr als zehn Prozent der Belegschaft! „Zur Erinnerung: Wir haben für das Werk in Görlitz die Zusage, dass wir das globale Zentrum für industrielle Dampferzeugung werden, bei der Dekarbonisierung von industriellen Prozessen eine entscheidende Rolle spielen sollen und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut zu Wasserstofftechnologien ausbauen werden“, erläutert Otto. „Hierbei gab es auch massive Unterstützung der Landesregierung in der Vergangenheit. Deshalb werden wir genau hinschauen und intensiv prüfen, ob die geplante Reduzierung sinnvoll und überhaupt durchführbar ist.“ Der Fachkräftemangel sei in Ostsachsen „absolut spürbar“, so Otto. „Wichtig ist jetzt, dass Siemens Energy nicht das Vertrauen der Beschäftigten und der Politik verliert. Positiv ist, dass wir bereits im Vorfeld eine Zukunftsvereinbarung abschließen konnten, die betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen ausschließt“, sagt Jan Otto. Die IG Metall stehe fest an der Seite ihrer Mitglieder. „Wir haben das Werk nicht vor der Schließung bewahrt, um es dann wieder zu reduzieren – wir wollen es aktiv weiterentwickeln. Um das Vertrauen in einen gelingenden Strukturwandel im Rahmen der Energiewende zu stärken, kann das Siemens-Werk in Görlitz ein Leuchtturm sein. Dafür werden wir sorgen.“

Vor wenigen Tagen hatte Siemens bekanntgegeben, in den kommenden vier Jahren deutschlandweit 3000 Stellen bei Siemens Energy abbauen zu wollen. Bereits 2018 hatte Siemens annähernd 3000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen. Damals wollte Siemens auch das Werk in Görlitz schließen. Nach massiven Protesten der IG Metall mit breiter Unterstützung der Bevölkerung rückte Siemens von diesen Plänen ab.

 

Berichterstattung:

2. Februar 2021, MDR Sachsen

3. Februar 2021, Sachsenradio

3. Februar 2021, Sächsische Zeitung (Bezahlschranke)