IG Metall Ostsachsen
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12.12.2018, 11:12 Uhr

Deutsche ACCUMOTIVE

Mit voller Kraft in die Tarifbewegung – Deutsche ACCUMOTIVE wählt Tarifkommission und fordert Geschäftsführung zu Verhandlungen auf

  • 03.12.2018
  • Aktuelles, Betriebe

Auf der heutigen Mitgliederversammlung der ACCUMOTIVE im Hotel Stadt Dresden in Kamenz wurde erstmals eine Tarifkommission gewählt. Das Gremium besteht aus haupt- und ehrenamtlichen IG Metallern, sie werden die Tarifrunde vorbereiten. Die Verhandlungsaufforderung an die Geschäftsleitung über die Einführung des Flächentarifvertrages Sachsen der Metall- und Elektroindustrie wurde gleich mit beschlossen.

Axel Drescher, Gewerkschaftssekretär IG Metall Ostsachsen, Enno Albers, Systemführer, Christian Schulze, Betriebsratsvorsitzender Deutsche Accumotive, Rico Fiedler, Referent des Betriebsrates, Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Ostsachsen, Stefan Gersdorf, IT Experte, Marco Stocker, Planung Produktion.

Die Deutsche ACCUMOTIVE in Kamenz ist eines der Unternehmen, welches die Zukunft der Region Ostsachsen maßgeblich prägen wird. Durch den Kohleausstieg und den damit verbundenen Strukturwandel gewinnt die Rolle des Batterieherstellers immer mehr an Bedeutung. Für die 100 prozentige Mutter Daimler ist der Ausbau des Werks auf dem Weg in die E-Mobilität maßgeblich. Doch am Standort herrscht eine klaffende Wunde zu westdeutschen Dependenzen, immense Entgeltungerechtigkeit.  Seit Monaten sind die Beschäftigten in Bewegung, seit Monaten strömen sie in die IG Metall, seit Monaten formen IG Metall Ostsachsen, Betriebsrat und Aktive die Bewegung zu einer Speerspitze, um endlich gegen diese Ungerechtigkeit anzugehen.

Jetzt wurde auf der Mitgliederversammlung die Tarifkommission gewählt. Die Kommission wird die Tarifrunde vorbereiten, die gewerkschaftliche Forderung beschließen und dann auch verhandeln. Der erste Beschluss wurde bereits heute gefasst. Die IG Metall Ostsachsen fordert die Deutsche Accumotive zu Verhandlungen zur Einführung des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie Sachsen auf. Eine Mitteilung dieser Forderung wird es bereits auf der morgigen Betriebsversammlung geben.

Christian Schulze, Betriebsratsvorsitzender der Deutschen ACCUMOTIVE und Tarifkommissionsmitglied ergänzt: „Ich begleite die Accumotive und damit den Daimler seit 2013 auf ihrem Weg in die Elektromobilität. Der Einsatz und das Engagement unserer Mitarbeiter sucht auf weitem Feld ihresgleichen. Somit ist es für mich eine Unabdingbarkeit unsere Kolleginnen und Kollegen auch finanziell in den sicheren Hafen des Flächentarifvertrages zu führen – so wie es beim Daimler eigentlich zum guten Ton gehört.“

 „Wir sind in Kamenz beim Aufbau von Batteriewerken DIE Erfahrens- und wissensträger, die aktuell auch beim Aufbau neuer Werke unterstützen. Ohne uns geht es nicht, wir wollen nicht nur Zukunftsmacher genannt werden, sondern auch so bezahlt werden. Schließlich gestalten wir für den Daimler die Zukunft nicht nur in Sachsen, sondern weltweit!“, merkt ein weiteres Mitglied der Tarifkommission an.

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachen und Mitglied der Tarifkommission sagt abschließend: „Für ein Unternehmen der Daimler Gruppe gehört es sich einfach nicht, top Leute zu schlechten Konditionen beschäftigen zu wollen. Die Zukunft der Automobilindustrie hängt gerade auch für Daimler davon ab, wie erfolgreich sie den Weg in die E-Mobilität gehen. Wie kann es da sein, dass dieses wichtige Segment so schlecht behandelt wird? Hier muss dringend der Flächentarifvertrag her. Dafür kämpfen wir mit unseren Mitgliedern!“

Hintergrund:

Die Deutsche Accumotive zahlt aktuell deutlich unter dem Flächentarifvertrag Sachsen der Metall-und Elektroindustrie. Zum Teil bis zu 50 Prozent – dies tut sie allerdings auch nur auf Grundlage einer Entgeltvereinbarung mit dem Betriebsrat, die nicht rechtssicher und ab Aufforderung zu Tarifverhandlungen sogar gegen den Tarifvorbehalt des Betriebsverfassungsgesetzes verstöß

Die Produktion in den Werken wird massiv hochgefahren, da der Ansturm auf die Akkus deutlich höher als erwartet ausfällt. Fachkräfte zu finden wird immer schwieriger.

Die Geschäftsleitung hat bisher keine Versuche unternommen, kooperativ mit der IG Metall zu kommunizieren.


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