Tarifkonflikt

Warnstreik! Rhenus-Beschäftigte in Kamenz machen Druck für ihre Forderungen

14.01.2026 | Mit einem starken Warnstreik haben die Beschäftigten von Rhenus in Kamenz am 14. Januar Druck gemacht und ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde bekräftigt. Sie fordern mehr Bewegung am Verhandlungstisch, nachdem es zuvor in einem Sondierungsgespräch und zwei Verhandlungsrunden keine Einigung gegeben hatte. Ob die Arbeitgeber die eindrucksvolle ihrer Beschäftigten verstanden haben, zeigt sich am 15. Januar. Dann findet die nächste Verhandlungsrunde statt.

Mit einem starken Warnstreik haben die Kolleginnen und Kollegen der Früh- und Spätschicht bei Rhenus in Kamenz für ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde Druck gemacht. Fotos: IG Metall

Anna-Lena Brand, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Ostsachsen, forderte unter dem Applaus der Warnstreikenden das Ende des Entgeltgefälles bei Rhenus in Sachsen.

Gute Laune und warme Getränke beim Warnstreik

Rot war die vorherrschende Farbe beim Warnstreik vor dem Werktor

IG Metall-rot war in der Mittagszeit die vorherrschende Farbe vor dem Werktor des Kontraktlogistikers Rhenus in Kamenz. Mit Ratschen und Trillerpfeifen sorgten die Kolleginnen und Kollegen der Früh- und Spätschicht außerdem für jede Menge Lärm, der auch in der Chefetage nicht zu überhören gewesen sein dürfte. Sie sendeten ein erstes lautes und weithin sichtbares Signal ihrer Entschlossenheit, dass sie hinter ihren Forderungen stehen.

Schluss mit dem Entgeltgefälle in Sachsen!
Die IG Metall fordert für die knapp 100 Beschäftigten 7 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie die Gleichstellung der Entgelte mit den Kolleginnen und Kollegen von Rhenus in Chemnitz. „Ein Entgeltgefälle innerhalb von Sachsen nehmen wir nicht länger hin“, sagte Betriebsbetreuerin Anna-Lena Brand, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Ostsachsen. „Es kann nicht sein, dass Beschäftigte, die Rhenus zur Unterstützung aus Chemnitz in Kamenz einsetzt, für gleiche Arbeit mehr verdienen. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben.“

Das Kontraktlogistikunternehmen Rhenus arbeitet in Kamenz ausschließlich für die Accumotive, eine hundertprozentige Tochter der Mercedes-Benz AG. Um die anfallende Arbeit fristgerecht zu schaffen, ist Rhenus wieder in den Dreischichtbetrieb gewechselt und greift zudem auf Beschäftigte aus Chemnitz zurück. „Vor dem Hintergrund, dass Rhenus neue Beschäftigte für sich gewinnen will, um die anfallende Arbeit zu bewältigen, sollte das Unternehmen selbst daran interessiert sein, die Attraktivität der Arbeitsbedingungen am Standort in Ostsachsen zu steigern“, sagt Anna-Lena Brand. 

Hohe Lebenshaltungskosten rechtfertigen 7 Prozent mehr Geld
Neben der Angleichung fordert die IG Metall für die Beschäftigten in Rhenus 7 Prozent mehr Geld. „Ob Energie oder beim Lebensmittelkauf an der Supermarktkasse – die Lebenshaltungskosten sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen“, sagt Verhandlungsführer Axel Drescher, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ostsachsen. „Die Preise bleiben hoch, auch wenn die Inflationsrate stagniert. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, brauchen die Kolleginnen und Kollegen dringend mehr Geld. Und auch für die Wirtschaft in Ostsachsen insgesamt ist es wichtig, dass die Kaufkraft der Beschäftigten erhalten bleibt.“

Bereit, auch die nächste Eskalationsstufe zu zünden
Mit großer Entschlossenheit hatten sich die Rhenus-Kolleginnen und -Kollegen in Kamenz gemeinsam mit der IG Metall 2023 erstmals einen Tarifvertrag erkämpft, der ihnen deutlich bessere Arbeitsbedingungen bescherte. Der Entgelttarifvertrag ist zum 31. Oktober 2025 ausgelaufen, seither sind Warnstreiks möglich. Ein Sondierungsgespräch und zwei erste Verhandlungsrunden zwischen IG Metall Ostsachsen und Geschäftsführung haben jedoch zu keiner Einigung geführt. Deshalb untermauern die Beschäftigten ihre Forderungen am Mittwoch, 14. Januar, mit einem ersten Warnstreik im laufenden Tarifkonflikt. Wie schon 2023 sind die Beschäftigten auch in der aktuellen Auseinandersetzung entschlossen, für ihre Forderungen mit vorübergehenden Arbeitsniederlegungen zu kämpfen, „notfalls auch länger als eine Stunde“, sagt Gewerkschaftssekretärin Brand.

Weitere Fotos vom Warnstreik folgen.

Von: kk

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