IG Metall Ostsachsen
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23.06.2018, 04:06 Uhr

Betriebsratswahl 2018

Heute kein Schnitzel bei Birkenstock

  • 28.02.2018
  • Aktuelles, Betriebe

Mehr als 220 Beschäftigte von Birkenstock versammeln sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung in Bernstadt. Die erfolgreiche Wahl des Wahlvorstands ist ein aussichtsreicher Start in die Betriebsratswahl 2018 und ein wichtiger Schritt in Richtung betriebliche Beteiligung und Mitbestimmung.

Die Mittagspause ist vorbei, doch vor dem der Speisesaal bei Birkenstock hat sich eine lange Menschenschlange gebildet. Die Beschäftigten stehen jedoch nicht für Schnitzel oder Pasta an, sondern um sich in die Unterschriftenlisten einzutragen und zwei Stimmmarken abzuholen. Diese sind für die anstehende Wahl des Wahlvorstands sowie dessen Ersatzmitglieder bestimmt. Nach der Registrierung sind 226 Personen im Saal. Er platzt aus allen Nähten. Die Beschäftigten stehen eng gedrängt oder sitzen an Tischen des Speisesaals. Sie lauschen aufmerksam den Ausführungen des Kollegen Uwe Garbe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ostsachsen. Es ist eine Leinwand aufgebaut, auf die ein Beamer Informationen zum Ablauf der heutigen Wahl projiziert. Auch Rechtsanwalt Markus Pfeiffenberger ist anwesend. Er stellt sicher, dass die Wahl gesetzeskonform und rechtskräftig abläuft aber auch, dass eventuelle Versuche der Geschäftsleitung die Wahl zu stören oder zu behindern, unterbleiben. Es ist gut, dass er da ist. Tatsächlich gibt es Versuche Beschäftigte auszuschließen. Unter dem Vorwand der Saal sei zu voll, wird versucht Kolleginnen und Kollegen wegzuschicken. „Damit wird die Wahl behindert. Es handelt sich hier eindeutig um einen Straftatbestand“, sagt Rechtanwalt Pfeiffenberger. Auch die Belegschaft protestiert lautstark. Der Versuch wird erfolgreich abgewehrt. 

Die Betriebsversammlung entscheidet sich für einen Wahlvorstand, der aus drei Mitgliedern besteht. Danach beschließt sie die Wahl des Wahlvorstands und deren Ersatzmitglieder. Der entscheidende Schritt zu mehr Beteiligung und Mitbestimmung im Betrieb ist hiermit getan. Denn der Wahlvorstand wird die Betriebsratswahl organisieren und durchführen. So steht es im Betriebsverfassungsgesetz.

Nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten benannt sind, geht es zu den Wahlurnen. Die Stimmung der Belegschaft scheint euphorisch und gespannt. Viele sind auch nach Ende ihrer Arbeitszeit gekommen. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel. Die Beschäftigten wollen durch die Wahl eines Betriebsrats einiges ändern in ihrem Betrieb. „Da gibt es viele Baustellen: Zum Beispiel möchten wir über die Einteilung der Schichten und der Wochenendarbeit mitbestimmen. Das wird derzeit viel zu kurzfristig angekündigt“, sagt Tina Wählt, Produktionsmitarbeiterin bei Birkenstock. Sie ist seit heute auch eines der drei neu gewählten Wahlvorstandsmitglieder.

„Es ist der erste Schritt in Richtung Mitbestimmung und guter Arbeit“, sagt Uwe Garbe von der IG Metall. „Wir wollen die Mitbestimmung in den Betrieben unserer Region voranbringen. Das geht nur mit Betriebsräten, die von ihren Kolleginnen und Kollegen tatkräftig unterstützt werden. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass heute so viele Beschäftigte zu unserer Betriebsversammlung gekommen sind.“


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