IG Metall Ostsachsen
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20.04.2019, 23:04 Uhr

Jahrespressekonferenz der IG Metall

IG Metall wächst und packt Zukunftsfragen entschlossen an

  • 21.01.2019
  • Aktuelles

Die IG Metall verzeichnet einen Zuwachs bei den Mitgliedern. 2018 sind 133.165 Frauen und Männer in die IG Metall eingetreten - knapp 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2018 gehörten damit 2.270.595 Menschen der IG Metall an. Auch die IG Metall Geschäftsstelle Ostsachsen hat zu diesem gesamtdeutschen Wachstum ihren nicht unwesentlichen Teil beigetragen. Seit mehr als 3 Jahren wachsen die Mitgliederzahlen stetig.

Demonstration der IG Metall Ostsachsen “Traditionen bewahren, Arbeitsplätze sichern, Zukunft gestalten“ gemeinsam mit den Beschäftigten von Siemens und Bombardier in Görlitz, Kundgebung am 19.01.2018 in Görlitz (Sachsen). Foto: Pawel Sosnowski

Am Montag wurde auf der Jahrespressekonferenz der IG Metall in Frankfurt die aktuelle Mitgliederentwicklung präsentiert. Die erfolgreiche Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie war ein wichtiger Impuls für die positive Mitgliederentwicklung: Dies zeigen auch die neuesten Umfrageergebnisse aus über 2.600 Betrieben. 260.000 Beschäftigte, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder Schicht arbeiten, haben einen Antrag gestellt, um in diesem Jahr lieber acht zusätzliche freie Tage statt mehr Geld in Anspruch zu nehmen. 93 Prozent dieser Anträge wurden genehmigt. „Dass diese Tarifregelung so von den Beschäftigten angenommen wird, zeigt, was Tarifpolitik gesellschaftlich bewegen kann”, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall in Frankfurt. „Mit dem Tarifergebnis haben wir mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit durchgesetzt und damit ganz konkret die persönliche Lebenssituation für Tausende verbessert.”

Bei Angestellten, Frauen und jungen Menschen ist die IG Metall 2018 ebenfalls überproportional gewachsen. Konkret gibt es eine Steigerung um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mitgliederzahl von Ingenieurinnen und Ingenieuren ist im letzten Jahr sogar um 13,7 Prozent gewachsen. Bei Mitgliedern mit Migrationshintergrund hat die IG Metall eine Erhöhung von zwei Prozent erreicht. Der überproportionale Aufwärtstrend gilt gleichermaßen für Frauen, Der Zuwachs beträgt hier 0,8 Prozent gegenüber dem letzten Jahr.

Auf die immer differenzierteren Zugänge ins Berufsleben hat sich die IG Metall ebenfalls eingestellt. 2018 hat die IG Metall zum Beispiel das 50.000ste studierende Mitglied begrüßt.

Damit geht sie gestärkt in das Jahr 2019. Sie will die Transformation in ihren Branchen praktisch anpacken und im Interesse der Beschäftigten gestalten. Hofmann sieht 2019 große Herausforderungen auf die deutsche Wirtschaft zukommen durch drohende Handelskonflikte, die Auswirkungen des Brexit sowie die Gestaltung der zukünftigen Mobilitäts- und Energieentwicklung. Die Automobilindustrie befindet sich in einer schwierigen Situation. Die IG Metall bekennt sich zur Mobilitäts- und Energiewende. Klimaschutz und Beschäftigung dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt, sondern zusammen gedacht werden, um Beschäftigung zu sichern. „Wir brauchen Investitionen in neue Wertschöpfung, in neue Arbeitsplätze durch klimafreundliche Produkte und in die notwendige Infrastruktur“, forderte Hofmann.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der IG Metall in 2019 ist das Thema Künstliche Intelligenz. „Unser Ziel ist gute und sichere Arbeit. Wir müssen die digitale Transformation auch bei den Büroberufen gemeinsam mit den Beschäftigten gestalten“, sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. „Wir brauchen vor allem eine realistische Folgenabschätzung, eine breite Qualifizierungsoffensive und gute Betriebsvereinbarungen für neue Arbeitsformen wie agile Projektarbeit.“

„Die IG Metall ist weiterhin finanziell gut aufgestellt und jederzeit handlungsfähig“, betonte Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall. Im Jahr 2018 stiegen die Beitragseinnahmen der IG Metall im neunten Jahr in Folge auf 585 Millionen Euro, ein Plus von 4,3 Prozent. „Die Solidarität von 2,3 Millionen Mitgliedern gibt uns politische Stärke – sowie finanzielle Kraft und Unabhängigkeit“, stellte Kerner fest. Gründe für das stabile finanzielle Fundament sind vor allem gute Tarifergebnisse und der weitere Ausbau der Mitgliederarbeit.

Die Bildungsarbeit war, ist und bleibt eine Kernaufgabe der IG Metall.  Im Jahr 2018 nutzten über 100.000 Mitglieder die gewerkschaftlichen Bildungsangebote.

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen fügt an: „ Diese Zahlen machen uns Mut und sind der Wind unter unseren Flügeln.  Wir wollen die Tarifbindung gerade bei uns in der Region nach vorn bringen. Uns ist es in den letzten Jahren gelungen dem Osten eine Stimme zu geben und jetzt werden wir auch wahrgenommen. Viele Betriebe stehen bereits in den Startlöchern, um neue Tarifverträge zu erkämpfen, sie zu verteidigen und vor allem sie gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb auszugestalten. Wir werden weiterhin die Zukunft der Region mit viel Kraft mitgestalten, denn Ostsachsen ist Zukunft.“


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